Weitere Stimmen von Expert*innen und Eltern

Lehramtsstudierende als LernbegleiterInnen einstellen!

Memo des Gesprächskreises Bildungspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung, 15.05.2020
Die Kultusminister haben beschlossen, die Schulen allmählich wieder zu öffnen. Doch eine Rückkehr zum Normalbetrieb ist auch für das nächste Schuljahr nicht in Sicht. Bei Wahrung der Abstandsregeln passen nicht mehr so viele SchülerInnen in eine Klasse. Ältere Lehrkräfte sollen als Risikogruppe nicht in die Schulen kommen. Das Hygieneregime macht es notwendig, kleine Gruppen zu bilden, im Schichtbetrieb zu arbeiten und die Stundentafel auszudünnen. Eine Beschränkung auf die „Kernfächer“ – Deutsch, Mathe, Englisch, Verzicht auf sozialwissenschaftliche, musisch-ästhetische und naturwissenschaftliche Themen, kann keine befriedigende Lösung sein. Es wäre pädagogisch unverantwortlich, sich auf Prüfungsvorbereitungen zurückzuziehen. Und genau das ist unter dem Druck der Verhältnisse zu befürchten. Weiterlesen


Stellungnahme zur Situation von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie 2020

Stellungnahme der pädagogisch-medizinischen Arbeitsgruppe Witten/Herdecke vom 15.05.2020
Download der vollständigen Stellungnahme als Pdf
Eine Gruppe von Pädagog*innen, Fachärzt*innen für Kinder- und Jugendmedizin sowie Kindergarten- und Schulärzt*Innen (siehe unten und im Pdf) beschäftigt sich mit der Frage, wie wir zeitnah Kindern und Jugendlichen in der aktuellen Weltlage zu angemesseneren und sichereren Lebensumständen verhelfen, sowie psychosozialen Gesundheits- und Entwicklungsgefährdungen vorbeugen können. Solidarität ist keine Einbahnstraße: Kindern wird gerade sehr viel abverlangt, während ihre eigenen Bedürfnisse und Belange kaum ernstgenommen und berücksichtigt werden!
Initiator*innen: Dr. med. Miriam Bräuer, Dr. med. Christine Decker, Nicola Fels, Dr. med. univ. Klaus Lesacher, Prof. Dr. med. David Martin, Dr. med. Karin Michael, Dr. med. Silke Schwarz, Lena Zipperle


Ich habe die Petition unterschrieben, weil …

Ausgewählte Kommentare auf der Petitionsplattform www.change.org/chanceneröffnen

… eine Reformierung des Bildungssystems erfolgen muss, um eine Chancengerechtigkeit aller Kinder und Jugendlichen in Schule zu ermöglichen.

Ich bin Vater von drei schulpflichtigen Kindern und wünsche mir eine Schule, die den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Eltern gerecht wird und in der Kreativität und Miteinander eine größere Rolle spielen als bisher.

… ich mir wünsche, dass die Kinder, die Familien, die Emanzipation und die Inklusion auch in dieser Zeit nicht unter die Räder kommen.

… ich schon lange finde, dass soziales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung einen höheren Stellenwert in der Schule haben sollte. Wir sollten die Chance nutzen, Gewohntes zu hinterfragen und über neue Wege nachzudenken.

… ich die Fixierung auf Leistungsmessung und Leistungsvergleich nicht zielführend finde. Nicht im „normalen” Schulbetrieb und erst Recht nicht jetzt.

Mehr Kommentare können Sie auf www.change.org/chanceneröffnen lesen.


Diskussion an der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule, Berlin

Liebe Eltern, liebe Schüler*innen,

Ich hoffe es geht euch gut und alle sind gesund. Ich möchte mich auch an euch wenden, weil wir nicht sicher sind, ob es die richtige Entscheidung gewesen ist, die Prüfungschüler*innen ab nächste Woche wieder in die Schule zu schicken.
Ich verstehe nicht, warum überall im Land die Maßnahmen weiter scharf bleiben, aber unsere Kinder in die Schule sollen, “nur” weil sie Prüfungen machen müssen:  Wie wir alle wissen, gibt es bundesweite Überlegungen die MSA – BBR – eBBR Prüfungen dieses Jahr auf Grund der Corona-Situation auszusetzen.  

Ich würde gern mit Eltern und Schülern eine Diskussion starten wollen, ob es nicht schlauer und sicherer wäre, unsere Kinder noch nicht in die Schule zu schicken. Abgesehen vom Gesundheitsrisiko ist das auch gerade eine sehr sehr stressige Zeit für die Schüler (und das gesamte Kollegium), wo ich mich frage, ob sie sich adäquat auf die Prüfungen vorbereiten können. 
Ich weiß auch von den Lehrern und Pädagogen, dass die Umsetzung des Senatorenbriefs eine unglaubliche Herausforderung ist, viel Aufwand für Reinigung und Desinfektion bedeutet, und ich kann mir nicht vorstellen, welche Rollen die Lehrerinnen und Lehrer noch übernehmen sollen, wenn sie sich zusätzlich so stark um Hygiene und Ordnungsmaßnahmen kümmern müssen.
Ich glaube, alle wären entspannter, wenn die Prüfungen nicht in der auch unsicheren Form stattfinden müssten. Seht ihr das genau so? Und wenn ja, wie könnten wir uns als Eltern und Schüler*innen mobilisieren?

Ich sehe für die Prüfungen folgende Möglichkeiten: 
A. Die Prüfungen könnten komplett ausfallen und auf Grundlage der Jahrgangsnoten könnte man ein Abschluss stricken. 
B. Man prüft nur in einem Fach. Das ginge für manche Fächer mündlich sogar online!
C. Die Schüler*innen, die um einen weiterführenden Abschluss bemüht sind, könnten auf freiwilliger Basis in kleineren 1-zu-1-Situationen in der Schule arbeiten, aber das Gros der Schüler – und das sind  an der WvH mindestens 70% – sollte nicht in die Schule müssen.

Was denkt ihr? Wie gehen wir voran? Wir müssen uns schnell bewegen!
Bitte weiter bekannt machen.

Danke!
Yeri Anarika Vargas Sanchez 


Liebe Eltern,
ich möchte an dieser Stelle meine Perspektive hinzufügen, die sich auf die Beschulung aller Altersklassen bezieht:

Ich bin nicht mehr gewillt, diesen Wahnsinn der Beschulungsideen weiterhin gefügig zu unterstützen. Keine der von der Bundesregierung erarbeiteten Vorgaben für die Schulen sind kind- oder elternzentriert gedacht, sondern nur unter dem Blickwinkel der mir höchst zweifelhaft erscheinenden Pandemieeingrenzungsversuche.
Das, was ab Anfang Mai Alltagsrealität für unsere Kinder wird, ist in keinster Weise durchdacht und wird trotzdem auf den Weg gebracht. Die Auswirkungen auf die Kinder werden als Kollateralschaden unter den Teppich gekehrt.
Es entspricht doch gar nicht der Natur der Kinder, sich auf Abstand zu begegnen. Wie soll das in der Schule durchgehalten werden, ohne dass die Kinder Verhalten habituieren, das viel schädlicher ist als irgendeine Viruserkrankung?
Kinder in die Schule zu berufen mit der Auflage, keine (körperliche) Nähe zuzulassen, ist doch keine “artgerechte Haltung“. Bei jedem Tier würde der Tierschutzbund auf die Barrikaden gehen. Den Lehrern die Verantwortung der Einhaltung dieser Vorschriften aufzuerlegen ist absurd. Die Kinder werden (hoffentlich) wissen, wie sie ihre Schlupflöcher zur Normalität finden.
Wie sich der Alltag wochenlang ohne gleichaltrigen Kontakt für die jüngeren Schulkinder vollzieht, ist ebenfalls ein totgeschwiegener Aspekt des Homeschoolings. Wir haben aber eine Verantwortung, auch die Stimme unserer jüngeren Kinder zu sein, über deren Wohl einfach hinwegentschieden wird, ohne Abwägung der Konsequenzen.
Ich überlege aktuell, meine ältere Tochter nicht in die Schule zu geben ab Anfang Mai. Ich bin nicht einverstanden, dass sie unter derartigen Hygienemaßnahmen unterrichtet wird. Sie muss allerdings auch keine Prüfungen ablegen. Schädlich empfinde ich die Maßnahmen, die uns als Übergangslösung verkauft werden, nicht den Ursprung des ganzen Theaters.

Und ich bin auch nicht mehr gewillt, weiterhin als Elterngruppe hin- und hergeschoben zu werden, mit der Verpflichtung, ohne Widerstand alles hinnehmen und umsetzen zu müssen, was sich die Bundesregierung und das Kulturministeriums ausdenken.

Ich gebe gerne meine Zeit, um einen Vorschlag innerhalb der GEV zu erarbeiten, der kind- und elternzentriert eine Lösung innerhalb der Rahmenbedingungen für unsere Schule erarbeitet.

Liebe Grüsse,
Ute Schechtel

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